Emotionale Intelligenz gibt es nicht auf Rezept

Emotionale Intelligenz gibt es nicht auf Rezept

Ob Daniel Goleman wohl sehr überrascht war, als sein in 1995 veröffentlichtes Buch „Emotional Intelligence“ Spitzenpositionen in den Verkaufslisten von Wirtschaftsbüchern einnahm, während er gleichzeitig traditionelle Führungstheorien in Frage stellte?

Theoretiker wie Praktiker verfielen damals in Jubel angesichts der im Buch dargestellten Theorien und das Business-Magazin Harvard Business Review schrieb „It’s clear that Goleman struck a chord with business leaders.“

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Die von Goleman damals propagierte Theorie der emotionalen Intelligenz ist mittlerweile „common sense“ für viele Führungskräfte und Bestandteil in einem großen Teil der Business Literatur. Emotionale Intelligenz – definiert als die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle (korrekt) wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen – wird von den meisten Entscheidern als gleichermaßen wichtig im geschäftlichen Umfeld wie auch im privaten Alltag eingestuft.

Aber – Hand auf’s Herz –  wie sieht es damit in der Praxis aus: Ist es tatsächlich möglich, so etwas Abstraktes wie emotionale Intelligenz in Mitarbeiter oder sogar vielleicht in ganzen Teams zu ermöglichen, zu fördern und zu stärken?

Vanessa Druskat und Steven R. Wolff haben sich ausgiebig in ihren Forschungen mit dem Thema beschäftigt und bestätigen den Wert der emotionalen Intelligenz vor allem in Teams.

Da emotionale Intelligenz jedoch nichts ist, das sich quasi per Rezept verschreiben ließe, geht es – so die Autoren – vor allem darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem die einzelnen Teammitglieder ihre jeweils individuelle emotionale Intelligenz entwickeln können. Dazu sind drei Faktoren ganz wesentlich: Da ist zum einen das Vertrauen innerhalb des Teams, das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit und zum dritten ein Gefühl der tatsächlichen Wirksamkeit des Teams.

Was bedeutet das in der Praxis nun genau?

Die folgenden sechs Schritte geben Ihnen Hinweise, wie sie ein geeignetes Umfeld in ihrem Team schaffen, um emotionale Intelligenz zu fördern.

1. Die Führungskraft als Vorbild

​​Nehmen Sie als Führungskraft nicht nur Ihre eigenen Emotionen wahr, sondern lernen Sie auch die Emotionen Ihrer Mitmenschen einzuschätzen und vor allem anzuerkennen. Achten Sie auf eine wertschätzende und effiziente Kommunikation, in dem Sie Ihre Gedanken nicht nur klar formulieren, sondern auch das Feedback Ihres Gegenübers einholen. Lernen Sie – auch wenn es ihnen bisher vielleicht noch schwerfällt – aufmerksam zuzuhören und scheuen Sie sich nicht Fragen zu stellen. Wenn Sie möchten, dass Ihr Team gesamtheitlich emotionale Intelligenz entwickelt, dann ist es dringend erforderlich, dass auch Sie als Führungskraft diese emotionale Intelligenz gleichsam entwickeln und eine Führungskraft darstellen, die man nicht nur respektiert, sondern auf die man sich auch verlassen kann.

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​2. Stärken und Schwächen im Team wahrnehmen

​Die Mitarbeiter Ihres Teams sind Individuen, die eine Fülle an Fähigkeiten, Wissen und Erfahrungen besitzen und weitaus mehr als Menschen mit irgendeiner Jobbezeichnung. Diese Kompetenzen gilt es zum Interesse aller zu nutzen und auszubauen. Trauen Sie Ihren Mitarbeitern viel zu, übertragen sie Verantwortung, aber unterstützen Sie auch wenn notwendig und vermeiden Sie gleichzeitig eine Überforderung der Mitarbeiter. Ein Mitarbeiter, der sich anfangs außerhalb seiner eigenen Komfortzone wähnt und dann mit etwas Unterstützung diesen neuen Aktionsradius gleichzeitig als eine Erweiterung der ursprünglichen Komfortzone erfährt, kann so auch im Bereich der emotionalen Intelligenz Wachstum erfahren.

​3. Leidenschaft leben

​Sie müssen nicht als leidenschaftsbefeuerte Führungskraft tagtäglich durch das Leben wandeln. Aber wenn Sie „Passion“ heißt Leidenschaft von Ihren Mitarbeitern möchten, dann müssen Sie diese Begeisterung auch authentisch zeigen. Versuchen Sie, sich mit Mitarbeitern zu umgeben, die diese Leidenschaft teilen können und bieten Sie einen entsprechenden Freiraum in dem diese wachsen und gedeihen kann.

​4. Werte innerhalb des Teams etablieren

​Emotionale Intelligenz innerhalb einer Gruppe basiert auch auf den kleinen Dingen des Alltags innerhalb des täglichen Miteinanders. Dies beinhaltet weniger den Vergleich wer am meisten Überstunden angehäuft hat oder wer am meisten Redezeit in einem Meeting beanspruchte, sondern vielmehr zum Beispiel in einem ein Dankeschön für geleistete Arbeit oder Aufmerksamkeit, wenn sich eine Mitarbeiterin in einem Meeting vielleicht ungewohnt zurückhält. Um Missverständnissen hier vorzubeugen: Es geht nicht um Harmonie und Spannungsfreiheit über alles („holding hands and singing songs at the campfire“) sondern um gegenseitige Wertschätzung und respektvollen Umgang miteinander.

​5. Mit Stress kreativ umgehen

​Burnout ist seit längerem vom Fachbegriff zu einem Modewort generiert. Dabei ist der Hintergrund ein sehr ernster. Unterstützen Sie daher Ihr Team dabei, auch mit herausfordernden Deadlines oder Rückschlägen konstruktiv umzugehen. Das ist manchmal leichter gesagt als getan, vor allem „when the going gets tough“. Aber genau hier sollten Sie als Führungskraft ansetzen, indem Sie Fähigkeiten für ein gutes Zeitmanagement fördern, Auszeiten unterstützen, Ressourcenkonflikte aufzulösen und ein „always on“ bei den Teammitgliedern vermeiden helfen.

​6. Offene Kommunikation unterstützen

​Wie sagt man so schön … „communication is key“. Dies ist selbstverständlich auch wahr in emotional intelligenten Teams. Unterstützen Sie ihre Teammitglieder dabei, ihre Kommunikationsfähigkeiten auszubauen, z.B. auch rund um Themen wie das aktive Zuhören oder Körpersprache. Schaffen Sie zusätzlich die Möglichkeit, dass Teammitglieder Bedenken oder Frust frei äußern können. Negative Emotionen sollten jedoch das Team nicht runterziehen, sondern konstruktiv genutzt werden, um das jeweilige Problem zusammen anzugehen und zu lösen. Geben Sie Ihrem Team zusätzlich die Möglichkeit Ideen zu teilen. Dies kann über smarte Tools, eine spezielle Zeit im Teammeeting oder die gute, alte Ideenbox erfolgen. Nehmen Sie Ideen auf und stellen Sie diese zur Diskussion. Seien Sie ehrlich, wenn es gute Ideen gibt, die im Gesamtkontext der Organisation aus welchen Gründen auch immer aktuell nicht verfolgt werden können und erläutern Sie die Gründe. Aber nehmen Sie die anderen guten Ideen nicht nur auf, sondern helfen sie diesen zur Umsetzung.

​Fazit​

​Wenn es in einem Team gelingt, die eigenen wie auch die fremden Emotionen wahrzunehmen, zu kennen, zu nutzen, zu akzeptieren, zu verstehen und zu beeinflussen, nehmen Reibungsverluste in der täglichen Arbeit ab und der Spaß nimmt zu.